JTT 2007


Tja, nun sind ja schon ein paar Tage ins Land gegangen. Der Urlaub, der sich an die JTT anschloss, ist leider auch schon vorbei und die Eindrücke hatten Zeit, zu sacken. Hier noch ein paar Bilder zum Schluss:

Little Tigga (hing die ganze Zeit und auch immer noch am Tacho) und ich haben uns hin und wieder gegenseitig hochgeputscht: “Du schaffst das Tigga, du bist der groesste…”

Talismann am Rad

Das Camp in Riva – so viel Platz hatten wir noch in keiner Halle.

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Nach der JTT haben Christine und ich erstmal eine Woche Urlaub am Gardasee (in Malcesine) gemacht, also bin ich morgens aufs Boot und von Riva aus darüber geschippert.

Auf der Fähre nach Malcesine Am Tag danach - mit dem Boot nach Malcesine

Ach so, die Moral von der Geschicht:

  1. Es hat Spass gemacht.
  2. Ich habe eine gewisse Grundlagenausdauer, bin aber zu langsam.
  3. Es war anstrengend, aber nicht schlimm.
  4. Ich würde es nochmal machen.
  5. Beim nächsten Mal hätte ich gerne einen Kumpel als Partner (hier muss ich was erklärendes einschieben: Ich hatte einen Partner, aber wir haben uns halt übers Internet kennengelernt und es war klar, dass wir eine “Zweckehe” sind, jeder fährt für sich, wir tun uns zusammen, weil man sch zusammen anmelden muss). Christian und ich haben uns gut verstanden, aber wir sind eben nicht zusammen gefahren.

PS: Also, wenn es irgendwie geht, werde ich nächstes Jahr wieder mitradeln ;-)

Start in Kaltern

100km und 1.800 Hm. Lächerlich. wer das gedacht hatte, lag wohl übelst daneben. Ich zum Beispiel. Ab Kaltern 200 Meter auf 30km abwärts. Ich stand eh hinten im letzten Block, Startschuss, los gings und auf einmal waren alle weg. Alle? Nicht ganz – ein kleiner Cloos eierte alleine hinten rum, naja, nicht ganz hinten, aber ziemlich.

 

Selbstportrait Captain Kirk auf seiner Kommandobrücke Rink, der berühmte Holländer mit nur 100Trainings-km

Am ersten Anstieg auf den “Keine Ahnung, wie der nun wieder heißt-Pass” (Nr. 17), der ja auch nur 900 Meter am Stück hatte (man finde sowas mal mitten in Deutschland), habe ich dann noch einige kernige Mitstreiter einsammeln können und bin an der ersten Verpflegung vorbeigebügelt, aber spätestens auf dem Flachstück zum letzten Pass rächte sich, dass ich als Ein-Mann-Gruppe unterwegs war.

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Im Gegenwind hätte ich gerne mal durchgewechselt. Zwar habe ich einen kleinen Knall (wär ich sonst hier?), aber leider gehört eine – physische zudem – Persönlichkeitsspaltung nicht dazu… Und alleine wechselt es sich so schlecht. Sitzen konnte ich auch nicht mehr und mein linkes Knie beschloss, jetzt mal so richtig rumzuzicken. Na danke auch. Wär der erste Tag so gewesen, wäre ich keine 100km weit gekommen, bevor ich die Brocken hingeschmissen hätte. Nun denn, was sich lange (langsam) quält kommt auch mal an. Gut nur, dass es vorm letzten Anstieg auch mal bergab ging. Die eigene Vergänglichkeit ignorierend und immer später bremsend (und damit länger schnell) habe ich dann in San Lorenzo in den Serpentinen innen noch ein paar Plätze gut machen können. Nachdem ich aufwärts eher schlecht bin, habe ich bergab eher bessere Karten – meinem BMI sei Dank :-)

Die Abfahrt nach Riva war easy: gut einsehbar, lang gezogene Kurven, kaum Verkehr – da konnte man nochmal volles Rohr runterballern, Geilomat halt, Adrenalin pur. Kopf nach unten, Heck raus und Augen zu. Oder so ähnlich halt.
Lange Rede kurzer Sinn: Bin in Riva. Nach 850 km und mehr als 18.500 Hm.

Endlich - der Gardasee Pastaparty in Riva

Ich will nicht sagen, dass es leicht war oder nie weh tat, aber man kann sich durchbeißen. Wie beim Laufen fehlt mir die Tempohärte, dann wäre ich vielleicht nicht aus der einen oder anderen Gruppe rausgeplatzt. Immerhin war es nie grenzwertig. “Kunst” kommt halt doch manchmal von “Wollen” und nicht von “Können”. Nächstes Jahr wieder? Vielleicht, aber auf jeden Fall anders.
Statistik: rund 100km, 1.800 Hm, 04:26:37.

PS. Bilder kommen später. Versprochen!

Ich glaube, bis vorvorgestern hatte ich die falsche Taktik, mich auf den den folgenden Tag vorzubereiten. Früh ins Bett und abends nur Wasser. und jeder Tag war schlimmer als der davor. Seitdem ich mich aber bei Temperaturen kurz vorm Gefrierpunkt nach Livigno vorgeschafft habe, musste ich abends erst mal ein bis paar Biere trinken… Das habe ich gestern auch gemacht und sowohl die gestrige wie die heutige Etappe liefen besser als gedacht, insbesondere weil ich zwar kaum noch laufen kann, 100 km Radfahren aber geht. Komisch, das.

 Start in Ponte di Legno

Heute standen drei Pässe auf dem Programm: der Passo Tonale, das Brezer Joch und der Mendelpass. Tonale war blöd, weil es ohne einrollen gleich rauf ging, was ich kalt gar nicht gut haben kann. Auf der Abfahrt habe ich dann wieder ein paar Plätze gut gemacht, um unten voll vom Wind ausgebremst zu werden. irgenwie fanden sich dann aber ein paar Leute (die Sparkasse zuerst und dann noch die zwei Amis von “DFL” – dead fucking last) und auf einmal hatten wir eine funktionierende Gruppe (“25 strokes and then circle back”), die immer grösser wurde und bis zum Brezer Joch so mit lockeren 30 bis 35 km/h durch die Ebene pflügte – für mich die vom Geist her besten km der Tour bisher.
Die beiden Pässe, die folgten, waren dann nicht mehr hoch und nur der erste mit 10% im Schnitt noch recht steil und dann ging es rund 1000 Meter nach Kaltern runter. Winklig zwar und deswegen nicht so schnell, aber schön zu fahren. Eine gute, nicht allzu heftige Tour heute durch eine wie bisher fast immer wunderschöne Gegend, ganz besonders rauf zum Mendelpass.
Gerade gab es dann zur Vorbereitung auf die morgige Etappe ein Weinchen und einen Stadtbummel und dann gilt es nur noch heile nach Riva zu kommen.

Kaltern

Statistik: rund 108 km, 2.300 Hm, 05:53:27 (mein Schnitt wird immer geringer, ein Zeichen dafür, dass es gut ist, wenn wir morgen ankommen).

Nachdem mir beim Frühstück die Beine so weh getan haben, dass ich einen Zivi haben wollte, der mich aufs Rad hebt, lief es doch richtig gut. Nur sollten die Italiener doch bitte davon absehen, Schilder mit “20%” (auf dem Mortirolo – einer der grossen Anstiege des Giros) aufzustellen – ich erschreck mich doch so schnell…
Nette Etappe, epische 1900-Meter-Abfahrt bei oben 4 Grad und insgesamt gut rübergekommen.
Statistik: rund 120km, 2.700 Hm, 06:43:26

Update: Mehr habe ich den Abend nicht geschrieben? Muss ja doch ganz schön fertig gewesen sein :-) Nein im Ernst, eigentlich habe ich an dem Abend angefangen zu glauben, dass das was werden könnte mit dem Finisher-Trikot…

Ponte die Legno Pastaparty in Ponte die Legno

Um ein Post mal mit einem Zitat zu beginnen (und zwar von einem echten “Velosophen”, Bob Roll – “Bobkes Tagebuch”): “was fuer eine dreckige Hure von Etappe”. 118 km, 3.500 Hm. Ab Naturns bis zum Stilfser Joch rund 60 km, aber 2.200 Hm. Bis Prad, dem letzten Ort vor dem Joch lief es zäh, danach langsam, aber entspannt. 48 Kehren später war ich dann oben, zu langsam, um bis 5 im Ziel zu sein, aber nicht der letzte. Oben hatte es dann um die 0 Grad und leichten Schnee…

jtt0717.JPG Bratwurst auf dem Stilfser Joch

(Update: Die Jungs mit dem AC/DC-Shirt waren schon ein paar Mal bei der JTT dabei, sind aber heuer zum ersten Mal auch in Riva angekommen.)

Runter war es dann a) saukalt und b) kurvig-unübersichtlich, so dass ich ziemlich runtergeeiert bin. Ab der 2. Verpflegung fing es dann an zu regnen bis zum Ende durch – 30km, 1.500 Hm und zwei Pässe to go. Danke auch. Die letzten 30km waren dann nass (insbesondere an den Füßen) und kalt (so um die 5 Grad). Was soll ich sagen, das Zeitlimit um 2 Minuten verpasst :-( Bin halt ein Lahmarsch. Aber, und darum bin ich stolz auf mich, 15km und noch vor der vorletzten Passhöhe hat mich ein Transalp-Bulli abgefangen – ob ich nicht einsteigen wolle? Wollte ich schon, aber nochmehr wollte ich das Ding zu Ende bringen, nur für mich, aufgeben hätte ich auch früher können. So I did. Und der Applaus von den paar Leuten, die eher zufällig noch am Ziel rumstanden, als ich 2 Minuten zu spät reinkam, war dann doch Balsam für meine verfrorene und durchnässte Seele… Der Blick ins Roadbook sagt, dass es ab jetzt lockerer wird – mal sehen, ob das stimmt.
Statistik: ca. 119km, 3.550 Hm, 09:02:xx…

Heute war mit rund 158km die längste Etappe der Transalp. Aber, wie der Rennleiter gestern sagte, da die ersten 21km neutralisiert sind, sei das eigentliche Rennen ja viel kürzer. Machen wir es kurz (bin müde): vom Ende der Neutralisierung bis zur ersten Verpflegung nach 67 km habe ich gedacht, ich müsste sterben. Keine Kraft, keine Lust und mein Wolf (sagte ich bereits, dass ich mir am ersten Tag einenn Wolf gefahren habe? Nein? Habe ich aber) tat auch weh. Außerdem war es saukalt, Schnee lag bis kurz über Ischgl. Danach, direkt ab dem Reschenpass lief es super. Bergrauf, die Abfahrt noch mehr und der Rest der Etappe war dann ok. Ziemlich viele kaputte Räder gab es heute und auch einen schweren Unfall – hoffe ihm oder ihr ist nichts ganz ernsthaftes passiert, ist wohl in einer Kurve in einer Windschutzscheibe eingeschlagen… Ich habe nur noch das kaputte Auto, das Blut auf der Straße und das zerfetzte Trikot im Dreck liegen sehen. Zum Ende hat es den einen oder anderen aufgesteckt, weil wahrscheinlich die Konzentration nicht mehr da war und die letzten km nach Naturns bergab, also schnell, aber eng und winklig waren…
Ok, morgen wird es recht heftig, danach dann jeden Tag besser.
Statistik: ca. 158 km, 2.850 Hm, 07:28:48 (eigentlich minus 5 Minuten, die ich einem geholfen hatte, der eine unpassende Luftpumpe dabei hatte…) – in der Wertung wieder 3(?) Plaetze nach oben ;-)

Puh… Was haben wir ein Glück gehabt. Die Wettervorhersage war eher zum fürchten, aber heute hat es (noch) gehalten. Anfangs lief es blöde, weil irgendjemand meinen Teampartner Christian nach ein paar km und noch mitten in der Neutralisation hinten touchiert hat und sein hinteres Laufrad dabei kaputt gegangen ist… Bis er ein neues hatte und wir weiterkonnten, waren wir rund g Minuten hinterm Feld. Da die mit 1000 Leuten auch im Flachen bis zum Ende der Neutralisation am Fusse des Arlberges richtig hinhalten können, haben wir die auch nicht wieder gesehen. Am ersten Anstieg haben wir uns dann getrennt, damit jeder sein Tempo fahren kann.

Den Arlberg rauf ging es gut, runter war es saukalt und hat auch ein wenig geregnet.

Auf dem Arlbergpass

Hm, dann ging es ab Bings rund 40 km bergauf, anfangs sacht, am Ende heftig. Der Anstieg zur Bielerhöhe hat rund 1200 Hm ab der 2. Verpflegung und war schon hart, aber nie wirklich grenzwertig.

Vor der Bielerhöhe Auch vor der Bielerhöhe

Die 20 km runter nach Ischgl waren dann geschenkt, hat immerhin noch gereicht, ein Paar abzuschütteln, die mich überholen wollten :-) Kaputt bin ich, aber nicht im Arsch. Ziel 1 (heile) und 2 (nicht als letzter) erreicht. Passt schon. Statistik: ca. 149 km, 3.200 Hm, 07:50:15

Um kurz vor sechs fingen die ersten heute morgen an, ihr Geraffel zusammenzupacken. Ja, geht es noch? Ist doch Urlaub hier. Und der Start auch erst um 10… Ok, war die Nacht halt rum. Also duschen, anziehen, frühstücken, Sachen zusammenpacken und dann irgenwann mal los zum Start.

Vorm Start jtt0708.JPG Mein Teampartner Christian und ich

“Highway to Hell” wird kurz vorm Startschuss gespielt, dazu passt, dass wir kurz danach durch die “Arme Suender Gasse” radeln müssen ;-)
Start, und los geht es anfangs noch durch die Neutralisation gebremst, danach dann flotter. Dass die Neutralisation beendet wurde, habe ich daran gemerkt, dass auf einmal eine Riesenmeute in geschlossener Formation an uns vorbei ist…

Der Ammersattel als erster “Pass” war kaum zu merken, das Hahntennjoch dann schon eher. 14 Prozent am Anfang und am Ende, dazwischen so zw. 6 und 10. Immerhin bin ich, anders als einige andere ohne Schieben hochgekommen. Was sagte einer den ich überholte, als er der Liebe zu seinem Rad Ausdruck verlieh, zu seinem Teampartner – “ein 27er mindestens!” Ja, hat der sich nicht vorher mal schlau gemacht was da auf ihn zukommt? Tststs…

Hanhtennjoch - der erste richtige Pass auf der JTT 2007

Oben dann schnell ein Bild gemacht, Weste und Ärmlinge an und die letzten paar km nach Imst runter.
Mittlerweile bin ich (kalt!) geduscht, Sachen gewaschen, gleich gibt es noch was auf die Gabel und anschließend noch eine Massage. Passt alles.
Statistik: ca. 109 km, 2.200 Hm, 05:02:30, HF avg. 148.

Zur Erklärung vorab: Ich (Schreiber dieser Zeilen hier) bin nicht der Andibart, ich bin derScheuch und in Abwesenheit unseres Bergkönigs für den Blog zuständig – quasi der Blogwart :-)

Nun darf ich im Andiblog zwar Artikel verfassen, darf aber nicht seine Beiträge verändern (hab ich gerade gemerkt, zur nächsten Transalp kriegen wir das aber bestimmt hin) also berichtige ich mal seine eben geposteten Artikel per Copy&Paste… den unteren Arikel einfach ignorieren.

Ab jetzt schreibt der König der Alpen persönlich:

Herr im Himmel, was bin ich nervös. Meine über Jahre antrainierte Fähigkeit, jede Zugfahrt mehr oder weniger komplett zu verschlafen, hat heute völlig versagt. Kann aber auch an der Reisegruppe im selben Abteil gelegen haben, die unter grossem Hallo ein- und Stunden später wieder ausgestiegen sind, nachdem sie in der Zwischenzeit in nämlicher Lautstärke fränkisch-unverständliches Zeug von sich gegeben haben. By the way, von wegen Stunden später: es wird echt Zeit, dass die Bahn auch endlich mal Velos im ICE mitnimmt, dann würde so eine Fahrt auch nicht so ewig dauern…
Gestern habe ich bei ORF auf der Homepage unter der Rubrik “was ihnen die Zukunft versaut” (AKA.”Wetter”) gelesen, und meine Augen haben sich vor Schreck dabei geweitet, wie die eines Karnickels vor der Schlange, dass am Dienstag die Schneefallgrenze in Tirol u.U. bis auf 1.500 Meter runterkommen soll. Bist du deppat?! Was soll dass denn bitte sein – wir haben Sommer! SOMMER! Das ist die warme von den 4 Jahreszeiten. Muss aber wohl an mir liegen, vor zwei Jahre beim Alpencross hat es ja auch epischst geschüttet, dass Noah direkt wieder eine Arche gebaut hätte… Also habe ich in die eigentlich schon gepackte Tasche noch schnell die Winterhandschuhe gestopft. Regenzeug habe ich eh schon so ziemlich alles dabei, was ich fürs radeln habe -(
Mir ist aber völlig unklar, was manche Leute so mitehmen wollen, nachdem ich im Tourforum gelesen habe, dass ihnen die Tasche zu klein wäre, die man von den Veranstaltern bekommt. 90×40x40cm, das sind rund 140 Liter Volumen. Oder? Meine Tasche ist zugegebenermassen extrem gestopft, aber auch nur halb so gross. Oder habe ich irgendwas vergessen? We’ll see.

Bin dann mal gespannt, wie dann gleich das anmelden und so funktioniert. Tasche umpacken, Velo in Lager und die Klamotten ins Camp bringen und vor lauter Ehrfurcht beim Anblick rasierter Stahlwaden den Mund nicht mehr zukriegen ;-)

Sodele, Stunden später: in O-Gau angekommen, Velo abgestellt, Schlafplatz gesichert und die erste Pasta gefuttert. Gleich gibt es noch das Teilnehmer-Briefing und dann geht es fast schon los :-)

Und hier dann auch mal ein paar Bilder:

Der Teilnehmerausweis zur JTT 2007 mit dem Vermerk, dass ich mir kein Hotel leisten kann, sprich im Camp schlafe:

Teilnehmerausweis JTT2007

Die Bilder vom Vorjahr beim ersten Teilnehmerbriefing.

Das erste Briefing

Das erste Matratzenlager in Oberammergau:

Matratzenlager in Oberammergau