Ich glaube, bis vorvorgestern hatte ich die falsche Taktik, mich auf den den folgenden Tag vorzubereiten. Früh ins Bett und abends nur Wasser. und jeder Tag war schlimmer als der davor. Seitdem ich mich aber bei Temperaturen kurz vorm Gefrierpunkt nach Livigno vorgeschafft habe, musste ich abends erst mal ein bis paar Biere trinken… Das habe ich gestern auch gemacht und sowohl die gestrige wie die heutige Etappe liefen besser als gedacht, insbesondere weil ich zwar kaum noch laufen kann, 100 km Radfahren aber geht. Komisch, das.

 Start in Ponte di Legno

Heute standen drei Pässe auf dem Programm: der Passo Tonale, das Brezer Joch und der Mendelpass. Tonale war blöd, weil es ohne einrollen gleich rauf ging, was ich kalt gar nicht gut haben kann. Auf der Abfahrt habe ich dann wieder ein paar Plätze gut gemacht, um unten voll vom Wind ausgebremst zu werden. irgenwie fanden sich dann aber ein paar Leute (die Sparkasse zuerst und dann noch die zwei Amis von “DFL” – dead fucking last) und auf einmal hatten wir eine funktionierende Gruppe (“25 strokes and then circle back”), die immer grösser wurde und bis zum Brezer Joch so mit lockeren 30 bis 35 km/h durch die Ebene pflügte – für mich die vom Geist her besten km der Tour bisher.
Die beiden Pässe, die folgten, waren dann nicht mehr hoch und nur der erste mit 10% im Schnitt noch recht steil und dann ging es rund 1000 Meter nach Kaltern runter. Winklig zwar und deswegen nicht so schnell, aber schön zu fahren. Eine gute, nicht allzu heftige Tour heute durch eine wie bisher fast immer wunderschöne Gegend, ganz besonders rauf zum Mendelpass.
Gerade gab es dann zur Vorbereitung auf die morgige Etappe ein Weinchen und einen Stadtbummel und dann gilt es nur noch heile nach Riva zu kommen.

Kaltern

Statistik: rund 108 km, 2.300 Hm, 05:53:27 (mein Schnitt wird immer geringer, ein Zeichen dafür, dass es gut ist, wenn wir morgen ankommen).