Sa 30 Jun 2007
Tag 7: Kaltern am See – Riva del Garda
Gepostet von Andibart in JTT 2007 , Radeln , Sporteln[2] Kommentare
100km und 1.800 Hm. Lächerlich. wer das gedacht hatte, lag wohl übelst daneben. Ich zum Beispiel. Ab Kaltern 200 Meter auf 30km abwärts. Ich stand eh hinten im letzten Block, Startschuss, los gings und auf einmal waren alle weg. Alle? Nicht ganz – ein kleiner Cloos eierte alleine hinten rum, naja, nicht ganz hinten, aber ziemlich.
Am ersten Anstieg auf den “Keine Ahnung, wie der nun wieder heißt-Pass” (Nr. 17), der ja auch nur 900 Meter am Stück hatte (man finde sowas mal mitten in Deutschland), habe ich dann noch einige kernige Mitstreiter einsammeln können und bin an der ersten Verpflegung vorbeigebügelt, aber spätestens auf dem Flachstück zum letzten Pass rächte sich, dass ich als Ein-Mann-Gruppe unterwegs war.
Im Gegenwind hätte ich gerne mal durchgewechselt. Zwar habe ich einen kleinen Knall (wär ich sonst hier?), aber leider gehört eine – physische zudem – Persönlichkeitsspaltung nicht dazu… Und alleine wechselt es sich so schlecht. Sitzen konnte ich auch nicht mehr und mein linkes Knie beschloss, jetzt mal so richtig rumzuzicken. Na danke auch. Wär der erste Tag so gewesen, wäre ich keine 100km weit gekommen, bevor ich die Brocken hingeschmissen hätte. Nun denn, was sich lange (langsam) quält kommt auch mal an. Gut nur, dass es vorm letzten Anstieg auch mal bergab ging. Die eigene Vergänglichkeit ignorierend und immer später bremsend (und damit länger schnell) habe ich dann in San Lorenzo in den Serpentinen innen noch ein paar Plätze gut machen können. Nachdem ich aufwärts eher schlecht bin, habe ich bergab eher bessere Karten – meinem BMI sei Dank
Die Abfahrt nach Riva war easy: gut einsehbar, lang gezogene Kurven, kaum Verkehr – da konnte man nochmal volles Rohr runterballern, Geilomat halt, Adrenalin pur. Kopf nach unten, Heck raus und Augen zu. Oder so ähnlich halt.
Lange Rede kurzer Sinn: Bin in Riva. Nach 850 km und mehr als 18.500 Hm.
Ich will nicht sagen, dass es leicht war oder nie weh tat, aber man kann sich durchbeißen. Wie beim Laufen fehlt mir die Tempohärte, dann wäre ich vielleicht nicht aus der einen oder anderen Gruppe rausgeplatzt. Immerhin war es nie grenzwertig. “Kunst” kommt halt doch manchmal von “Wollen” und nicht von “Können”. Nächstes Jahr wieder? Vielleicht, aber auf jeden Fall anders.
Statistik: rund 100km, 1.800 Hm, 04:26:37.
PS. Bilder kommen später. Versprochen!
Juli 1st, 2007 at 10:14
Herzlichen Glückwunsch, Andreas!
Wenn das nicht mal ein gelungenes Trainingslager für die Kraftausdauer war.
Juli 2nd, 2007 at 10:53
Herzlichen Glückwunsch, Andi
Oberbayern ist Stolz auf den Hesse
liebe Grüße Ulli